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Trio auf dem Weg nach Halle

JUGEND MUSIZIERT Fünf erste und einen zweiten Preis für Schüler von Vera Böhlk.

Autor: Susanne Schlaikier

Leoni Hoffmann (von links), Konstantin Friedemann Pilz, Anna Groß, Maya Grunert, Lotta Ackermann, Nele Karl sowie Nathalie Germer haben erfolgreich am Regionalausscheid „Jugend musiziert“ teilgenommen. MZ-Foto: E. Pülicher

Erscheinungsdatum: 29.01.2015

Medium: Mitteldeutsche Zeitung

Seitenangabe: Bernburg, Seite 9

BERNBURG/MZ Vera Böhlk überlegt lange. Nein, schüttelt die Musikpädagogin den Kopf, sie kann sich nicht daran erinnern, dass ihre Schüler schon einmal so gut beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ abgeschnitten haben. Gleich fünf der sieben Teilnehmer haben beim jüngsten Regionalausscheid 21 und mehr Punkte geholt und damit einen ersten Preis erreicht. „Man meldet schon nur Schüler an, bei denen man das Gefühl hat, dass sie ein gutes Ergebnis erzielen“, erzählt Vera Böhlk. Und ihr Gefühl hat sich bestätigt: Drei Schüler, Nathalie Germer, Leonie Hoffmann und Konstantin Friedemann Pilz, haben sogar die Weiterleitung zum Landeswettbewerb geschafft. Zwei weitere, Nele Karl (8) und Maya Grunert (9), die beide Blockflöte spielen und ihre Premiere bei „Jugend musiziert“ erlebten, wurden mit 21 bzw. 22 Punkten ebenfalls mit einem ersten Preis ausgezeichnet. Als Duo konnten sich Anna Groß (Violoncello) und Lotta Ackermann (Klavier) über gute 19 Punkte und damit einen zweiten Preis freuen.

Damit hat sich die intensive Vorbereitung gelohnt, die zum Teil auch in die Weihnachtsferien fiel. Die zweiwöchige Pause wäre aber sonst zu lange gewesen, erklärt Böhlk, die in ihrer Ausbildung ohnehin Wert auf regelmäßiges Vorspiel legt und daher zwei Konzertreihen ins Leben gerufen hat, (siehe Kasten). Das Lampenfieber aber ist immer da, bestätigen alle sieben Musikschüler. Besonders natürlich, wenn man auch noch von einer Jury bewertet wird. Leoni Hoffmann kennt das Prozedere bereits. Die Zwölfjährige spielt Blockflöte und hat schon zum 5. Mal am Regionalausscheid teilgenommen und dabei mehrfach sehr gut abgeschnitten. Mit Stücken von Jacob van Eyck, Daniel Purcell sowie einer Partite di Follia von einem unbekannten Komponisten hat sie diesmal 23 Punkte und damit einen ersten Preis geschafft. Dass es nicht zur vollen Punktzahl reichte, lag unter anderem daran, dass sie einige Noten unsauber und ein paar Töne zu tief gespielt hat, wie ihr die Jurymitglieder erklärten. Zusammen mit Vera Böhlk arbeitet Leoni jetzt an diesen Schwächen, damit es zum Landeswettbewerb Ende März in Halle besser klappt.

Sogar noch einem Punkt mehr (also 24) hat Konstantin Pilz für seinen Vortrag bekommen. Der Neuntklässler ist schon im Kindergartenalter mit Musik in Berührung gekommen. Er spielt neben Blockflöte auch Klarinette. Zudem singt der 14-Jährige, der zwei Jahre lang sogar Mitglied im berühmten Leipziger Thomaner-Chor war. Diesmal aber überzeugte er mit Werken von Anton Heberle, Arcangelo Corelli und Bartolomeo de Selma y Salaverde auf der Blockflöte, ein Instrument, das er besonders mag, „weil man dabei seine Fingerfertigkeit beweisen muss“, erklärt Konstantin. Besonders gern mag er übrigens Georg Philipp Telemann. „Er hat mich mit vielen Längen beeindruckt“, erklärt der 14-Jährige.

Zum Landeswettbewerb geschafft hat es auch Nathalie Germer, die seit sechs Jahren Blockflöte spielt. Sie sei vor sechs Jahren bei einem Konzert der Reihe „Kinder für Kinder“ auf das Instrument aufmerksam geworden, erzählt die Zehnjährige. Seither nimmt sie Unterricht bei Vera Böhlk. Für Stücke von Henry Purcell, Turlough O’Carolan und Jacob van Eyck sowie einem Corranto erhielt sie von der Jury beim Regionalausscheid 23 Punkte.

Nun also der Landeswettbewerb: Prognosen möchte Vera Böhlk nicht abgeben. Aber sie weiß, dass das Niveau bei diesem Wettbewerb noch einmal viel höher sein wird. Außerdem, und das kann auch jeder Nicht-Musiker nachvollziehen, hänge das Abschneiden auch von der persönlichen Tagesform ab. Wie auch immer die äußeren Umstände sein werden: Ihre drei qualifizierten Schüler werden aber sicher bestens vorbeitet sein.

Lokales / FAKTEN

Strenge Regeln

Am bundesweit organisiertenWettbewerb „Jugend musiziert“ können Musikschüler bis zum vollendeten 20., für Gesang und Orgel 27. Lebensjahr teilnehmen. Er dient sowohl der Förderung der Laienmusik als auch der Förderung von Jugendlichen mit professionellen musikalischen Ambitionen. Er findet in drei Ebenen statt: Nach dem Regionalausscheid folgen der Landes- bzw. Bundeswettbewerb. Der Regionalausscheid findet quasi in vier „Gruppen“ statt. Der Salzlandkreis ist einer „Gruppe“ mit Magdeburg, dem Jerichower Land, Börde und Harz zugeordnet.

Die Ausschreibung für den Wettbewerb wechselt regelmäßig: Mal werden Solo-Instrumente bevorzugt, ein andermal Duos und wieder ein andermal „Alte Musik“. Die Musikschüler sind bei dem Wettbewerb in unterschiedliche Altersgruppen (AG) eingeteilt: Von Ia bis maximal VII. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Vorspielzeit. In der AG IV, in die beispielsweise Konstantin Pilz eingeteilt ist, beträgt sie 15 bis 20 Minuten. Am Landeswettbewerb dürfen erst Schüler ab AG II teilnehmen. Also auch wer in der AG Ia oder Ib sehr gut bewertet wird, kann sich nicht weiter qualifizieren.

Vera Böhlk arbeitet seit 1999 als selbstständige Musikpädagogin. Die Unterrichtsräume befinden sich im Atelierhaus des Schlosses (gegenüber des Blauen Turms). Die Konzertreihe „Kinder für Kinder“ gibt es seit dem Jahr 2002. Viermal im Jahr können die Musikschüler von Vera Böhlk im Kindergarten- und Grundschulalter ihr Können vor Publikum präsentieren. Inzwischen haben 57 Konzerte in dieser Reihe stattgefunden, des Weiteren 20 Sonntagsmatinee-Konzerte für ältere Musikschüler. Die nächsten Konzerte der Reihe „Kinder für Kinder“ finden am 23. März und am 22. Juni statt.SUS

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