Blaue Stunde - Bericht

Fünfte Veranstaltung UM DIE BLAUE STUNDE

Am 04.07.2020 wurde die Ausstellung „Wer kommen will, muss gehen“ von Georg-Wilhelm Exler mit einer Lesung eröffnet

Fotos: Moritz Exler
„Die Stimme bestimmt die Stimmung.“ (G.-W. Exler)

– damit wäre sie eigentlich schon beschrieben, die fünfte „Um die Blaue Stunde“ im Atelierhaus am Bernburger Schloss.

Wenn es dann doch ein wenig detaillierter sein soll, ist erwähnenswert, dass die Zahl der Gäste das Maximale, was in „Coronazeiten“ zu verantworten ist, erreichte – volles Haus im Ausstellungsraum.

Georg-Wilhelm Exler las zur Eröffnung der Ausstellung seiner Werke „Wer kommen will, muss gehen“ eine Auswahl von Kurzgeschichten und Aphorismen.

Einer dieser Texte begann mit dem Zitat „Sebastian Schulz meint, ich sei ein guter Redner…“. Ich finde, Sebastian Schulz hat recht; mehr noch, nicht nur ein guter Redner, sondern auch ein guter Vorleser. So als hätte er bei seinen eigenen Aphorismen vorher noch einmal gespickt:

„Gute Redner sprechen nicht über ein Thema, sondern mit ihrem Publikum.“ (G.-W. Exler)

So war es….

Zwischen den Texten – ergänzend und kommentierend – gab es Violoncellosolo-Musik zu hören. Cello-Solo, also Bach – natürlich – Johann Sebastian Bach, zwei Sätze aus der 1. Solosuite; aber eben nicht nur: auch weniger Gehört- und Gespieltes, wie eine Etüde von Auguste-Joseph Franchomme; und etwas, das ursprünglich nicht für Cello komponiert wurde, in einer freien Adaption, angepasst an Raum und Anlass: eine Annäherung an Cages 4’33 und eine aus einer Improvisation entstandene Komposition des amerikanischen Cellisten Mark Summer.

Der sich anschließende Austausch von Eindrücken, Erlebnissen und Gedanken zur abendlichen Blauen Stunde auf der Schlossterrasse gehört als wesentlicher Teil zum Konzept dieser Veranstaltungsreihe und war – bei angenehmem Sommerwind und Wolkenspiel, welches das Blau der Blauen Stunde etwas erahnen ließ – ein echter Genuss.

Zur Reihe...

Hier erfahren Sie mehr zur Reihe „UM DIE BLAUE STUNDE“.

Der Vollmond, in diesem Monat auch „Heumond“ genannt, hatte schon längst die Beleuchtung des Areals übernommen, als sich auch die letzten Gäste entschlossen hatten, nach Hause zu gehen.

Ein begegnungsreicher Abend, mit erwünschter Langzeitwirkung …

Georg-Wilhelm Exler

Etwas zur Person Georg-Wilhelm Exler zu schreiben, ist genauso eine Herausforderung, wie es die Auswahl an Aphorismen, Bildern und Kurzgeschichten zu dieser Ausstellung und der „Um die Blaue Stunde“- Veranstaltung war.

Das Spiel mit Worten, welches ihren Sinn auf ein ungewohntes, aber sehr erkenntnisreiches und zugleich „nicht fremdes“ Sehen lenkt, ist es vielleicht, was man über die Aphorismen als Treffendstes formulieren könnte. Das bildnerische Werk wie die Fotobearbeitungen, Grafiken und Malereien, die wiederum in den seltensten Fällen vom Urheber mit einem Titel bedacht werden, lassen ebenso Raum für eine jeweils sehr individuelle Wahrnehmung.

Selbst möchte er sich nicht festlegen lassen und meint – berechtigterweise – in keine Schublade zu passen. 

Der 59-jährige Vater von drei erwachsenen Kindern hat Literaturwissenschaften studiert und auch eine Ausbildung als „Systemischer Coach“ absolviert.

Er versteht sich als Entdecker und Aphoristiker, und seine Tätigkeiten als ehemaliger Mitarbeiter des Schriftstellers Walter Kempowski, als Dozent für Kommunikation, als Buchhändler, Journalist sowie als Unternehmenssprecher eines globalen Unternehmens sind ihm in der Erwähnung nicht so wichtig wie die Frage:

Bin ich der, der ich war und werde ich sein, wer ich bin?